Am Freitag, den 16.01.2026, war es endlich so weit: 25 Französischschülerinnen und -Schüler der Klassenstufen 7 und 8 am ASG machten sich gemeinsam mit ihren beiden begleitenden Französischlehrkräften Frau Magschok und Herrn Bartl auf den Weg zu einem ganz besonderen Erlebnis – dem zweitägigen Austausch mit unserer Partnerschule, dem Collège Victor Hugo in Colmar.
Pünktlich um 8:30 Uhr startete der Reisebus an unserer Schule in Gernsbach. Die Busfahrt, die durch die Förderung „Begegnungen am Oberrhein“ gefördert wurde, verlief angenehm und war von einer Mischung aus Vorfreude, Aufregung und gespannter Neugier geprägt. Viele Schülerinnen und Schüler fragten sich, wie ihre Austauschpartner wohl sein würden und ob die Verständigung auf Französisch gelingen würde. Nach der Ankunft am Collège Victor Hugo wurden wir im Schulhof der französischen Partnerschule äußerst herzlich empfangen. Besonders eindrucksvoll war die freundliche Begrüßung durch die neue Schulleiterin Frau Manaf, die Deutschlehrerin Frau Beyrle sowie durch die französischen Austauschpartnerinnen und -Partner selbst. Die offene und warme Atmosphäre ließ erste Nervosität schnell verfliegen und sorgte dafür, dass sich alle willkommen fühlten. Die Zuteilung der Austauschpartner erfolgte auf eine besonders kreative und sprachlich wertvolle Weise. Mithilfe von Zetteln mit deutschen und französischen Redewendungen fanden sich die jeweiligen Tandems zusammen. Dabei wurden jeweils sinngleiche Redewendungen aus beiden Sprachen kombiniert, zum Beispiel die französische Redewendung „être connu comme un loup blanc“ und das deutsche Pendant „bekannt sein wie ein bunter Hund“. Diese spielerische Methode sorgte nicht nur für viele Lacher, sondern zeigte den Schülerinnen und Schülern anschaulich, wie unterschiedlich und zugleich ähnlich Sprache und Kultur sein können.
Der erste Programmpunkt bestand darin, diese Redewendungen gemeinsam kreativ umzusetzen. In deutsch-französischen Tandems gestalteten die Schülerinnen und Schüler kleine Poster, auf denen sie die Redewendungen illustrierten. Mit Schere, Kleber und ausgeschnittenen Bildern wurde eifrig gearbeitet, diskutiert und erklärt – so gut es ging auf Französisch und Deutsch. Diese Phase förderte nicht nur die sprachliche Kommunikation, sondern auch Teamarbeit, Kreativität und gegenseitiges Kennenlernen.
Nach dieser konzentrierten Arbeitsphase folgte eine wohlverdiente Stärkung in Form eines gemeinsamen Picknicks im Freien. Das Wetter zeigte sich von seiner schönsten Seite: sonnig, mild und fast schon frühlingshaft. Besonders erfreulich war der selbstgebackene Kuchen, den einige der französischen Austauschpartner mitgebracht hatten und der bei allen großen Anklang fand.

Anschließend stand ein spannendes Streetballturnier auf dem Programm. In gemischten deutsch-französischen Teams traten die Schülerinnen und Schüler im Modus drei gegen drei gegeneinander an. Mit großer Begeisterung, sportlichem Ehrgeiz und viel Engagement wurde gespielt. Das Turnier bot eine wunderbare Möglichkeit, sich körperlich auszupowern, Sprachbarrieren zu überwinden und den Teamgeist zu stärken.
Nach dem sportlichen Teil durften die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen die Innenstadt von Colmar erkunden. Dabei sammelten sie zahlreiche Eindrücke von der Stadt, ihren Gassen, Fachwerkhäusern und dem besonderen elsässischen Flair. Eine besondere Aufgabe machte diesen Programmpunkt zusätzlich spannend: Jede Gruppe startete mit einer Kartoffel, die im Laufe der Zeit gegen einen anderen Gegenstand eingetauscht werden sollte, zum Beispiel gegen eine Mandarine, eine Tafel Schokolade oder etwas Ähnliches. Diese Aufgabe förderte Mut, Kreativität und sprachliche Spontaneität und sorgte für viele lustige Begegnungen.
Zurück in der Schule wartete ein typisch französischer Nachmittagssnack, le goûter, mit Kuchen und Getränken auf die Gruppe. Anschließend wurde es spannend, denn nun trennte sich die Gruppe: Alle deutschen Schülerinnen und Schüler gingen zu ihren jeweiligen Gastfamilien.
Für viele war dieser Moment zunächst ungewohnt und mit Aufregung oder Unsicherheit verbunden. Doch nach einer kurzen Eingewöhnungszeit folgten gemeinsames Spielen, erste Gespräche und ein Abendessen im Familienkreis. Die Schülerinnen und Schüler machten zahlreiche Entdeckungen: unbekannte Gerichte, neue Essgewohnheiten, andere Tagesabläufe und viele kleine kulturelle Unterschiede. Trotz sprachlicher Herausforderungen entwickelte sich zunehmend Vertrautheit, und der Abend bot wertvolle Einblicke in das französische Familienleben.
Der Samstag, 17.01.2026, stand ganz im Zeichen der Zeit mit den Gastfamilien. Das Programm war zur freien Verfügung, sodass jede Familie den Tag individuell gestaltete. Es gab Ausflüge, Restaurantbesuche und sportliche Aktivitäten; einige Schülerinnen und Schüler gingen gemeinsam Bowling spielen. Dabei lernten sie den französischen Alltag hautnah kennen. Trotz gelegentlicher sprachlicher Schwierigkeiten wurden deutliche Fortschritte im Sprachverständnis und in der Kommunikation gemacht, was das Selbstvertrauen vieler stärkte.
Am späten Nachmittag trafen sich schließlich alle wieder, um sich voneinander zu verabschieden. Der Abschied fiel vielen schwer, da in der kurzen Zeit bereits Freundschaften entstanden waren. Nach einer kurzen Verzögerung trat die deutsche Gruppe gemeinsam mit den begleitenden Lehrkräften die Rückfahrt nach Karlsruhe an. Gegen 19:30 Uhr kamen alle wohlbehalten an der Schule an. Dort warteten bereits die Familien, und es herrschten Freude, Erleichterung und viele emotionale Wiedersehensmomente. Die Schülerinnen und Schüler hatten viel zu erzählen von neuen Erfahrungen, lustigen Begegnungen, kulinarischen Entdeckungen und besonderen Eindrücken. Neben all den wertvollen Erlebnissen und Erinnerungen blieb vor allem eines zurück: große Vorfreude auf den Rückbesuch der französischen Austauschpartner in Gernsbach vom 12. bis 13.06.2026. Nach der herzlichen Aufnahme in Colmar möchten die deutschen Schülerinnen und Schüler ihren Austauschpartnern nun ebenfalls eine unvergessliche Zeit bereiten, ihnen Gastfreundschaft schenken und die entstandenen Freundschaften weiter vertiefen.
Der Austausch mit dem Collège Victor Hugo hat eindrucksvoll gezeigt, wie bereichernd Begegnungen über Ländergrenzen hinweg sein können. Die gesammelten Eindrücke, Erfahrungen und persönlichen Begegnungen werden allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben – und der Rückbesuch in Gernsbach wird diese besondere Verbindung ganz sicher auf schöne Weise fortsetzen.
Artikel von Richard Bartl






































